Statt Budenzauber auf dem Weihnachtsmarkt, machten Oskar und ich uns auf zu einem kleinen Weihnachtsmarsch. Eine Idee, die wir nicht alleine hatten. Unsere „Tour de Noel“ mit basteln, naschen und rätseln, getoppt von einem echten Sahnehäubchen. Kommt mit!

Erster Stopp: „Wenn Elfen helfen“

Erster Halt beim Weihnachtsmarsch Wenn Elfen helfen, Foto: Maike Steuer
Wenn Elfen helfen, Foto: Maike Steuer

Alle Gärten halten Winterschlaf – fast! Denn in der Vereinslaube der Anlage „Glück auf“ in Südost haben sich Elfen häuslich eingerichtet. Bei Glühwein und bunt bestreuselten Keksen türmt sich genug Bastelmaterial auf dem Gartentisch, um zahlreiche Altenburger Mädchen und Jungen mit allem auszurüsten, was sie zum gestalten kleiner Präsente brauchen. Das herzerwärmende Ziel: Lächelnde Gesichter in den Seniorenheimen unserer Stadt. „Wenn Elfen helfen“ haben die „Oberelfen“ Klaus Engelmann und Yvonne Ammer ihre Aktion genannt und nutzen die Ruhe des zweiten Advents, um zur Tat zur schreiten. Da zusammen an einem Tisch basteln aktuell eher schwierig ist und alles nur „to go“ funktionieren darf, füllt Yvonne ein Säckchen mit Sternchen, „Bart“, Holzrohlingen und dergleichen, die wir zu Hause bemalen und verzieren, um sie dann in hübsch in der Farbküche abzugeben. Auf das sie Andere ein bisschen glücklicher machen in dieser schwierigen Zeit. Eine Idee, die auch bei vielen großen Altenburgern so mega ankam, dass sie das Projekt zu einem der #selbermachen 2.0-Geförderten der Stadtmensch Initiative machten und den „Elfen“ kurz vorm Abendbrot 300 Euro bescherten. Herzlichen Glückwunsch!

Zweiter Stopp: „Kino-Xmas to go“ vorm Capitol

Oh, es riecht gut. Oh, es riecht fein als wir uns dem Capitol nähern. Popcornduft liegt in der Luft! Mit seinem Gummistiefel im Arm eilt mein Os auf’s Kino zu, denn Klein Adlerauge hat IHN direkt entdeckt: Den Nikolaus. Obwohl er in zweiter Reihe etwas versteckt hinter den Mitarbeitern steht, sieht Oskar ihn sofort und  schwenkt erwartungsvoll seinen Stiefel. Clever kontaktfrei wechselt eine Tüte Gummitierchen im Popcornbecher den Besitzer. Er muss etwas verblüfft geguckt haben, mein Sohnemann, ob der unerwarteten Becherfüllung, sodass es noch eine Schüppe Popcorn obendrauf gibt. Happy posiert er noch fix mit dem großzügigen Spender vorm Kino, bevor bereits die nächsten Stiefelbesitzer auf ihn warten. Für einen Moment fühlt sich dieser Adventssonntag fast normal weihnachtlich an. Danke dafür, liebes Capi-Team!

3. Station: Nikolausquiz rund um die Brüderkirche

Mit der Tasche voller Bastelmaterial und dem Bauch voller Popcorn ist nun Denksport angesagt. Denn das Altenburger Familienzentrum hat sich sechs teilweise echt knifflige Frage zum Mann des Tages einfallen lassen, die rund um die Brüderkirche versteckt sind. Eine Idee, die viele Familien kurzerhand als Ziel ihres Sonntagsspaziergangs nutzen. (Denn so wild und energiegeladen die Zwerge meist auch sind, das Konzept, einfach nur durch die Gegend zu laufen, weil’s Spaß macht, verstehen die meisten Kinder nicht 😉 Aber hier lockt Action und noch dazu ein Gewinn – sofern man denn alle Fragen richtig beantwortet. Soweit so machbar. Bloß Frage fünf will sich erst nicht finden lassen (sie versteckt sich unscheinbar an einen Baum geheftet) und sorgt dann für kollektive Fragezeichen in den Gesichtern der Eltern. „Wessen Schutzpatron war Nikolaus nicht?“ Öm, nun ja, die aufgelisteten Gruppen klingen alle irgendwie plausibel. Dr. Google bringt die Erleuchtung. Die Schuhputzer sind’s, die armen Tropfe. Geschafft! Ab damit in den Briefkasten und Daumen gedrückt.

Update: Eben kam der Anruf: Oskar darf sich im „Eine Welt Laden“ eine „Adventstüte“ abholen. Yey!

4. Station: Glühwürmchen Winterbar

Unserem kleinen Weihnachtsmarsch setzten wir in der „Glühwürmchen Winterbar“ ein echtes Sahnehäubchen auf heißer Schokolade auf. Oskar nippt an einem heißen Kinderpunsch, als wir langsam gen Auto zurücklaufen. „Wo ist den bloß der Weihnachtsmarkt?“, fragt mein Sohn verblüfft mit Blick auf den einsam dastehenden XXL-Baum. „Der macht dieses Jahr eine Pause“, sage ich und vermeide das ungeliebte C-Wort. Lieber genieß ich noch für eine Moment dieses wohlige Gefühl, das so viel kreative Energie aller Orten in mir angezündet hat. Bei all den Horrormeldungen dieser Tage war der Weihnachtsmarsch eine kleine Auszeit vom allgegenwärtigen Wahnsinn. Danke an alle Beteiligten fürs möglich machen.

Sahnehäubchen mit Nikoläusen, Foto: Maike Steuer