Am morgigen Freitag eröffnet Petra Ebert ihr „Holz Cafe“ im kleinen Dörfchen Nitzschka. Die gelernte Konditorin erfüllt sich damit einen lang gehegten Traum und freut sich auf die neue Herausforderung. ALL hat bei den Vorbereitungen zugeschaut. 

Stuhlreigen, Foto: Maike Steuer
Bereit für die Eröffnung, Foto: Maike Steuer
Blick in den noch leeren Gastraum, Foto: Maike Steuer

Bis vor einem Vierteljahr spielte sich Petra Ebert’s beruflicher Alltag vor allem hinterm Schreibtisch ab. Als gute Seele kümmerte sie sich ums Büro der familieneigenen Tischlerei und „die 1000 kleinen Dingen drumherum“, während Mann Michael Bäume in Echtholzmöbel verwandelte. Fast drei Jahrzehnte ging das so, drei Kinder wurden groß und die Tischlerei weit über die Grenzen des kleinen Nitzschka bekannt.

Platz für Neues

Dann kam der Sommer 2020 und das große Möbel rücken begann. „Wir entschieden uns, die Ausstellung im ersten Stock zu verkleinern und uns künftig vor allem auf Möbel aus Zirbenholz zu spezialisieren“, erzählt die 59-Jährige. Mit dem weichenden Mobiliar entstand im wahrsten Sinne Raum für Neues. Das Startsignal für Petra’s Kopfkino: „Ich wollte endlich meins machen und so lange die Fünf noch vorne steht, meinen Traum vom eigenen Café wahr werden lassen. Ich wollte backen!“

Petra Ebert strahlt über’s ganze Gesicht. Ja. ihre „To do“-Liste ist gerade endlos und es gilt noch soooo viel zu erledigen, bis zum großen Tag, aber „ich bin so voller Freude. Es fügt sich grad alles!“ Während sich andere Gründer ewig den Kopf darüber zerbrechen, wie ihr „Baby“ heißen soll, wies der Stoff, aus dem Raum und Leben ihrer Familie gemacht sind, ihr den Weg zum „Holz Cafe“.

Auf ist, wenn die Maschinen Wochenende haben

Entsprechend fügt sich auch das zusammengetragene Mobiliar „anno 1920“ ins Bild, das die „Cafétante“ mit viel Liebe aufgearbeitet hat. Praktisch, wenn die Werkstatt dazu gleich im Erdgeschoss liegt. Apropos: „Auf ist dann, wenn die Maschinen Wochenende haben“, merkt sie lachend an, als die Sitzflächen unserer Stühle an diesem Montagnachmittag zu vibrieren anfangen. Wobei, abgesehen vom Lärm, so eine kostenlose Massage hätte auch was ;-).

Womit sie ihre bis zu 30 Gäste verwöhnen möchte, das ändere sich bei ihre mit dem Wetter und den Jahreszeiten, verrät die Neu-Gastronomin. „Generell bin ich mehr so Sahnetorte und Windbeutel mit verschiedensten Füllungen.“ Aber so ein warmer Apfelkuchen mit Sahne im Winter sei auch was feines. Doch egal, was am Ende in der Röhre wandert, auf dem Teller landet es immer in Begleitung, denn „ich möchte mich verspielen. Ein Minzblättchen, ein Klecks Sahne oder eine Blüte. Hübsch soll es aussehen!“

Familiäre Deko

Für die passende Deko und besondere Mitbringsel aus dem „vielleicht 100 Seelen“-Dorf, sorgen derweil ihre Liebsten. Die sehr lecker aussehenden „Rezeptbilder“ von Tochter Cindy schmücken Treppenhaus und Wände, in einem Küchenbuffet wartet Honig in zig Variationen von Imkersohn Mario und auch Werke von ihrem Mann Michael dürfen nicht fehlen. „Das da in den Säcken sind zum Beispiel Zirbenspäne“, erklärt sie und merkt grinsend an: „Der beruhigende Duft vom Zirbenholz wirkt auch bei Hamstern.“

Freitags bis Sonntags von 14 bis 18 Uhr öffnet das „Holz Café“ künftig seine Türen. Morgen zum allerersten Mal. Die ersten Neugierigen jedoch, standen schon letzte Woche auf der Matte, „aber da war noch nicht mal die Kaffeemaschine angeschlossen.“

Tochter Cindy sorgt für „leckere“ Wanddeko…

Honig aus Nitzschka, Foto: Maike Steuer

und von Sohn Mario steht Honig im Schrank.

Auf ein Käffchen mit Petra Ebert!