Manchmal versüßen einem kleine Dinge den Tag. Automatische Schiebefenster zum Beispiel. Moralisch schon darauf eingestellt, gleich mit quengeligem, weil krankem Kind in der langen Schlange vor der Apotheke zu stehen, „rettete“ mich Altenburgs Neuzugang unter den Tablettentempeln. Denn auf dem Gelände der „Alten Ziegelei“ findet sich die einzige „Drive in Apotheke“ der Stadt. 

Meine Kleine hat die klassische Kita-Rotze und ist entsprechend unleidlich. Einmal abhorchen von der Kinderärztin haben wir hinter uns gebracht, jetzt „nur“ noch in die Apotheke und dann heim. Hach, das wird ein Spaß. Schlange stehen mit quengeliger Maus auf dem Arm… Mega. Nicht. Aber nutzt ja nix. Das Rezept muss eingelöst werden. Schon von weitem erspähe ich die Wartenden auf der Treppe vor der Südost Apotheke. Ich „freu“ mich – bis ich plötzlich auf der Übersichtstafel der „Alten Ziegelei“ folgendes lese: „Drive in Apotheke“. Ernsthaft? Wie cool wäre das denn?

Hustensaft statt Burger

Kurzerhand biege ich ab, cruise einmal um die Ziegelei et voila, da ist sie, die „Glück-Auf-Apotheke„, neben Mäcces vermutlich nun der einzige andere Ort in ABG mit einem „richtigen“ Drive in. Nur, dass es hier statt Burgern und Pommes, Hustensaft und Zäpfchen gibt 🙂 Kaum steht mein Auto, öffnet sich das Drive in Fenster. Ich reiche das Rezept, der Rest passiert von selbst. Stress weicht Tiefenentspannung. So gefällt mir das. Kein Kind aus dem Sitz pellen, kein Schlange stehen, kein „Ja, mein Schatz, wir sind gleich dran“, um den nahenden Heulflash abzuwenden. So macht Rezept einlösen Spaß – erst recht mit Kind, das übrigens aufmerksam alles aus seinem Kindersitz beobachtet.

Drive in und gut

Seit dem 2. Dezember 2020 gibt’s die neue Apotheke samt ungewöhnlichem Service, erzählt mir die filialleitende Apothekerin Annett Scholz, reicht mir die Medizin und fragt, ob sie noch einen Familienplaner für 2021 dazu packen soll. Sie freut sich über meine offensichtliche Begeisterung für diese Variante des Einkaufens. Der Drive-in-Schalter müsse sich noch rumsprechen, merkt sie an. Ich zumindest bin direkt Fan. So gern ich eigentlich einkaufen gehe und durch die Läden stöbere, in Sachen Apotheke bevorzuge ich gesund wie krank die Stippvisite und dafür ist das Drive in Fenster perfekt. Erst recht in Zeiten von Abstand und noch stärkerem „Gesund-bleib-Wunsch“, als eh schon.